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Aus der HNA (http://www.hna.de) vom 05.05.2006:
Kassel
Kaum einer will an die Zapfpistole
Shell-Tankstellen in Kassel und Umgebung suchten Tankwarte, fanden aber keine
[...]
Dirk Wilken betreibt die Tankstelle in Niestetal-Heiligenrode. Dort sollte der Tankwart-Service starten, dort sollten die Tankwarte für Kassel und Umgebung eingearbeitet werden.
[...]
Vor einigen Wochen hatten er und die Betreiber der Shell-Tankstellen Kassel und Baunatal die Agentur für Arbeit angesprochen. Der dortige Arbeitgeberservice sollte helfen, Arbeitslose zu finden, die für den Job infrage kommen. Der Service organisierte einen Infoabend, lud 67 Langzeitarbeitslose ein. 59 kamen.
Denen erklärten die Betreiber, was sie als Tankwart leisten müssen und wie viel Geld sie bekommen. Und wer interessiert sei, solle bleiben. "Daraufhin sind 38 aufgestanden und haben den Raum verlassen."
[..längere Geschichte, S. http://www.hna.de, Lokales, Kassel..]
Blieben noch zwei. Die aber waren für den Job, in dem die Tankwarte auf Menschen zugehen müssen, nicht geeignet, sagt Dirk Wilken. Deshalb habe ihm der Arbeitgeberservice drei weitere Interessenten schicken wollen. Gemeldet habe sich keiner.
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Soweit auszugsweise der erste HNA-Artikel vom Donnerstag.
Es folgten einige Meinungen hin und her, die Sache wurde am nächsten Tag im Fernsehen in der landesweiten Hessenschau ventiliert, daß es im Großraum Kassel 30.000 gemeldete Arbeitsuchende gäbe bei 2000 offenen Stellen. (Anmerkung: weder die Zahl der Arbeitsuchenden noch die der offenen Stellen stimmt wirklich. Der Untersuchung eines privaten Vermittlers zufolge sind von den angeblich offenen Stellen 2/3 entweder schon besetzt oder nur auf dem Papier vorhanden. Aber selbst wenn morgen nicht zwei, sondern tatsächlich zweitausend offene Stellen besetzt würden, blieben nach dieser Rechnung immer noch 28.000)
Von diesen 30.000 Arbeitsuchenden wählte die Agentur für Arbeit sehr sorgfältig 67 aus - vermutlich die nach ihrem "Profiling" für die Arbeit als Tankwart am geeignetesten scheinenden.
Von denen sahen 38 auf Anhieb die Sache anders. Und vom Rest blieb auch niemand übrig.
Und los ging's mit den Schuldzuweisung: Die Arbeitslosen sind zu faul, Die Arbeit lohnt sich nicht, Der Arbeitgeber hat unvollständige Angaben gemacht, Die Arbeitsagentur ist unfähig, Bewerber auszuwählen, usw.
Letzterer Vorwurf wurde vom Vertreter der Arbeitsagentur mit "Unverständnis" zurückgewiesen: Sie hätten doch nach und nach immer neue Bewerber geschickt! Da wäre dann schon einer dabeigewesen. Warum der Arbeitgeber nun an der Arbeitsagentur vorbei selber nach geeigneten Bewerbern suchen wolle, könne man "nicht verstehen".
(Anmerkung: 30.000 geteilt durch 67 pro Woche macht? Und das waren schon die besten!)
Nun, groß war die Trauer und Bestürzung. Das war am Freitag. Es folgte ein Wochende, Samstag und Sonntag.
Doch dann erschien noch am gleichen Montag (!) darauf, den 08.05.2006 in der HNA der nachfolgende, erlösende Bericht:
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Viele Bewerber nach HNA - Bericht
Tankwarte: Erst kein Personal gefunden, jetzt Auswahl - Arbeitgeberservice weist Kritik zurück
[...] Doch nun hat sich das Blatt gewendet. Nach unserem Bericht über die Not Wilkens, eine freie Stelle zu vergeben, meldeten sich Dutzende Interessenten bei ihm. Wilken ist sicher: Da wird jetzt der Richtige dabei sein.
[...] Doch in den nächsten Tagen werde sich der Arbeitgeberservice bei den Pächtern informieren, ob sie noch Bedarf an Bewerbern haben.
[...] Doch der Pächter ist sicher: Der Tankwart - Service in Kassel kommt. In absehbarer Zeit.
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Soweit auszugsweise der zweite HNA-Artikel vom drauffolgenden Montag.
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