Aus der Tagesschau vom 5. Jan 2007
Wegen Gesetzesänderung im Zuge der Hartz-Reformen 2006 deutlich mehr Sperrzeiten für Arbeitslose
Die Arbeitsagenturen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Arbeitslose mit Kürzungen ihrer Bezüge bestraft als im Jahr 2005. Von Mai bis Dezember 2006 wurden gegen mehr als 378.000 Arbeitslose so genannte Sperrzeiten verhängt, im gleichen Zeitraum im Vorjahr waren es 261.000. Für 2005 liegt keine vollständige Statistik vor. Insgesamt seien 2006 gegen mehr als eine halbe Million Arbeitslose Sperrzeiten verhängt worden, bestätigte eine Sprecherin der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit einen Bericht der "Bild"-Zeitung.
Der Anstieg gehe allerdings nicht auf ein schärferes Vorgehen der Arbeitsagenturen zurück, sondern voll und ganz auf eine Gesetzesänderung im Zuge der Hartz-Reformen: In deren Folge wurde 2006 erstmals automatisch eine Sperrzeit von einer Woche verhängt, wenn sich ein Arbeitsloser verspätet arbeitssuchend meldete. Vorher musste die Strafe dafür individuell festgelegt werden. 150.000 Arbeitslose waren von dieser Änderung betroffen.
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